Putlitzer Preis 2011

Preisverleihung am 21. Mai 2011

Stadtkirche zu Putlitz

"Ich fühl mich Brandenburg..." Rainald Grebe besingt jenes immer noch neue Land in einem Lied, das der Gegend nicht in jeder Silbe schmeichelt, und als frisch Dagewesener kann ich nur sagen: "Isch binn ain Brandenburger!"
Nach einer etwas beschwerlichen Anreise mit einer Stauung in Meck-Pomm, erreichten wir rechtzeitig zu "Lanz kocht" das Hotel in Pritzwalk. Die Brandenburger Luft ließ mich tief und fest schlafen...könnte auch an der 10,5-stündigen Expedition durch sechs Bundesländer, was für mich einen persönlichen Rekord darstellt, gelegen haben. Der Samstagmorgen dräute, und somit auch die Frage "Tee oder Kaffee?" Frisch gestärkt und nach einem breakfasttalk mit Karen Lark, ging es ab nach Putlitz. Nun wurde ich vor nicht allzu langer Zeit zu einem Goethe-Kenner doziert, und durfte getrocknetes Ginkgo und gedichtetes biloba kennenlernen, und ein Grinsen durchzuckte meine Lefzen, als ich im Garten des Gemeindezentrums den ersten Ginkgobaum meines Lebens erblickte. Zwischen und nach delektierendem Gespräch mit Frau von Putlitz und erquicklicher Tomatensuppe von Michelinsternformat, erfuhr ich Informatives über die Stadt, deren Historie, die Stadtkirche und die Burg. Ein Wissenstsunami namens Ingrid Klaß überschüttete mich mit Information und Zuvorkommenheit. Schade, dass die Ausmaße des Städtchens so überschaubar sind...

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Im Stadtteil Laaske besichtigten wir das dortige Schloss nebst Wirtschaftsgebäude, in welchem gerade eine Wohnung renoviert wird, in der ab dem kommenden Jahr Stipendiaten für jeweils 42 Tage logieren, schnabolieren und fabulieren werden. Der angrenzende Park ist schlicht elysisch. Wem da nix einfällt, den mögen die Götter der Dichtkunst für alle Zeiten in ein schickes Büro des Finanzamtes Osnabrück-West verbannen!
Last, aber nicht least, kam es, eingeleitet von trefflichen Fanfarenklängen, um 18 Uhr zur Preisverleihung. Drei junge Damen lasen, bis auf eine Ausnahme, die Geschichten, ohrenschmäuslich unterbrochen durch das Potsdam-Duo, das mit Querflöte und Gitarre Paganini, Mozart und Co. intonierte. Die meinige Story wurde formidabel vorgetragen; besser, als ich es hätte lesen können! Darum hier nochmals meinen Dank an die Vortragskünstlerin!
Nach erfreulichem Feedback auf meinen Text, ging es zum gemütlichen Teil des Abends, inklusive weiterem erbaulichem Feedgebäck! Es wurde gut getrunken, dito gesungen, und der Kirchturm bestiegen, die Aussicht zu genießen und die neue Spitze zu inspitzieren. Es gab Pilsken, Scotch, wärmendes Feuer und Brot mit Gänseschmalz. Lange Rede, gar kein Sinn: um 4 war ich im Bettelein!
...um 8 auch schon wieder draußen. Es gab Frühstücke, und dann Autobahn und Stau, einen unverhofften Blick auf den Michel und die Unterquerung von mindestens 20 (!!!) neuen Brücken (sagte die Merkel nicht, die Regierung wolle dem Mittelstand Brücken bauen?) in Niedersachsen! Auch so ein komisches Verb...wir müssen den Maschmeier einfach niedersachsen...!!!
Um 21 Uhr war ich zu Hause. (Danke nochmals Beate fürs mich beifahren lassen!)
Ja, nebenbei wurde ein neuer persönlicher Rekord aufgestellt! 7 Bundesländer in 8 Stunden! Ach...übrigens...mein Vorschlag für das nächste Treffen...Telgte!